Krankheitsbild
  die Erkrankung, die keiner hat

Körperliche Beschwerden, die sich nicht oder nicht hinreichend auf eine organische Erkrankung zurückführen lassen, werden als somatoforme Störungen bezeichnet. Das Krankheitsbild kann sich in unterschiedlichster Weise an verschiedenen Organsystemen äußern, wobei häufig eine multiple Symptomatik vorherrscht. Besonders verbreitet sind Schmerzen, Herz- und Kreislaufstörungen sowie Magen-Darm-Beschwerden, aber auch Müdigkeit, Erschöpfungssyndrome, sexuelle und pseudoneurologische Symptome können Ausdruck einer Somatisierungsstörung sein.

Somatoforme Störungen zeigen eine Vielzahl von Symptomen an unterschiedlichen Organsystemen.

Somatoforme Störungen zeigen eine Vielzahl von Symptomen an unterschiedlichen Organsystemen.

Die Ursachen dieser vielschichtigen Erkrankung sind äußerst komplex. Es wird ein Wechselspiel zwischen verschiedenen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren angenommen, die letztendlich zu einer Fehlverarbeitung bzw. verstärkten Reaktion im vegetativen Nervensystem führen. Das Fehlen einer organischen Ursache für die beklagten körperlichen Beschwerden birgt für Arzt und Patient ein Dilemma. Der betroffene Patient fühlt sich durch die Diagnose in die „Psycho- Ecke“ abgeschoben, nicht ernst genommen, und misstraut daher der ärztlichen Kompetenz.

Die Vorteile einer stationären Rehabilitation im Fachklinikum Brandis

Maßgeblich entscheidend für den Therapieerfolg sind die Kooperation des Patienten mit dem behandelnden Arzt und die Motivation, aktiv an der Therapie mitzuarbeiten. Der Patient wird aber nur dann zur aktiven Mitarbeit bereit sein, wenn er sicher sein kann, dass seine körperlichen Beschwerden genauso ernst genommen werden wie die psychischen Anteile seiner Erkrankung.

 

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist bei somatoformen Erkrankungen

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist bei somatoformen Erkrankungen ein Muss.

Vor diesem Hintergrund werden im Fachklinikum Brandis somatische Beschwerden und psychische Störungen gleichgewichtig und zusammenhängend therapiert. Dieser somato-psychische Therapieansatz berücksichtigt die somatische Komponente der Erkrankung deutlich stärker, als dies bei konventionellen psychosomatischen Therapieansätzen – wenn überhaupt – der Fall ist. Dies ist nur deshalb möglich, weil das Fachklinikum Brandis über eine breite interdisziplinäre Kompetenz in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen (Stoffwechsel, Orthopädie, Neurologie, Psychosomatik) verfügt und somit auf die somatischen Beschwerden in anderer Qualität eingehen kann, als dies bei rein psychosomatisch ausgerichteten Einrichtungen der Fall ist.



Autor: Dr. med. Volker Rust