Ursachen
  der Teufelskreis der Selbstbeobachtung

Nach dem modernen Verständnis der Somatisierungsstörungen spielen bei der Entstehung der Erkrankung biologische, psychische und soziale Faktoren eine Rolle. So wird eine genetische Disposition, beispielsweise in Form einer verstärkten Reaktionsbereitschaft des vegetativen Nervensystems, angenommen. Auch Traumata oder eine ursprünglich organisch bedingte Erkrankung gehören zu den möglichen biologischen Mitverur- sachern einer Somatisierungsstörung. Psychologisch und sozial gesehen begünstigen beispielsweise negative Bewertungsmuster frühere Krankheitserfahrungen mit einem sekundären Krankheitsgewinn oder auch einem traumatischen Verlauf sowie Stress und Lebenskrisen den Ausbruch einer derartigen Erkrankung.

 

 

komplexes Wechselspiel bei Somatoformen  Erkrankungen

Somatoformen Erkrankungen liegt ein komplexes Wechselspiel aus biologischen, psychischen und sozialen Faktoren zugrunde.


Im weiteren Verlauf gerät der Patient oftmals in einen Teufelskreis. Die körperlichen Symptome – für die es scheinbar keine Ursache gibt – beunruhigen ihn. Die körperlichen Beschwerden werden daraufhin genauer beobachtet, sei es, um rechtzeitig Verschlechterungen zu erkennen oder dem Arzt bessere Hinweise auf eine bislang unentdeckte Erkrankung zu geben. Diese Konzentration auf den Körper führt im Allgemeinen zu einer Verstärkung und Ausweitung der Symptome. Die Beunruhigung des Patienten wächst. Letztendlich ist das Hauptproblem nicht das Auftreten von körperlichen Beschwerden an sich, sondern ihre Bewertung als gefährlich, was Anlass für ständige Ängste und Sorgen über den Gesundheitszustand gibt.



Autor: Dr. med. Volker Rust